Seelische Belastungen sind keine Schwäche – und je früher Hilfe kommt, desto besser. Der Weg zu einem Therapieplatz kann allerdings Geduld erfordern. Diese Schritte helfen Ihnen weiter.
In einer akuten Krise wenden Sie sich sofort an die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr), an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder bei Lebensgefahr an die 112. Kinder und Jugendliche erreichen die Nummer gegen Kummer unter 116 111.
Schritt 1: Psychotherapeutische Sprechstunde
Der Einstieg in eine Psychotherapie auf Kassenkosten ist die psychotherapeutische Sprechstunde. Dort wird geklärt, ob eine Behandlung sinnvoll ist und welche Form passt. Eine Überweisung brauchen Sie dafür nicht – Sie können sich direkt an eine Praxis wenden.
Schritt 2: Terminservicestelle nutzen
Finden Sie selbst keinen Termin, vermittelt die Terminservicestelle unter 116 117 oder auf 116117.de einen Termin für die Sprechstunde. Wird dort eine Akutbehandlung empfohlen, kann auch diese über die Terminservicestelle vermittelt werden. Die Akutbehandlung soll kurzfristig stabilisieren, bis eine reguläre Therapie beginnt.
Schritt 3: Probesitzungen und Antrag
Vor Beginn einer Therapie finden einige Probesitzungen statt. Sie dienen dazu, die passende Therapeutin oder den passenden Therapeuten zu finden – die Beziehung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Anschließend stellt die Praxis gemeinsam mit Ihnen einen Antrag bei der Krankenkasse.
Wenn kein Therapieplatz frei ist
- Warteliste: Lassen Sie sich bei mehreren Praxen auf die Warteliste setzen und melden Sie sich regelmäßig.
- Absagen dokumentieren: Notieren Sie, wann Sie welche Praxis erfolglos angefragt haben. Finden Sie nachweislich keinen Platz, kann die Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten einer Behandlung in einer Privatpraxis übernehmen (Kostenerstattung). Beantragen Sie das unbedingt vor Behandlungsbeginn.
- Psychiatrische Klinikambulanzen: In der Region bieten unter anderem das Psychiatrische Zentrum Nordbaden in Wiesloch und psychiatrische Kliniken in den umliegenden Städten ambulante Hilfe an.
- Beratungsstellen: Psychologische Beratungsstellen, etwa für Familien, Paare oder bei Sucht, helfen oft kurzfristig und kostenlos.
Eine Übersicht über Angebote finden Sie unter Psychotherapie und Beratung im Kraichgau.