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Ratgeber

Hausarzt finden im Kraichgau: So klappt es auch bei Aufnahmestopp

Redaktion DocKraichgau · Stand: 03.11.2026

Wer neu in die Region zieht oder dessen Hausärztin in den Ruhestand geht, merkt es schnell: Eine neue Hausarztpraxis zu finden, ist auch im Kraichgau nicht immer einfach. Viele Praxen sind ausgelastet und nehmen nur noch begrenzt neue Patientinnen und Patienten auf. Mit der richtigen Strategie klappt es trotzdem.

1. Gezielt suchen statt wahllos anrufen

Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über die Hausarztpraxen im Kraichgau und Umgebung. Beziehen Sie auch Nachbarorte ein – wenige Kilometer mehr Fahrweg erhöhen die Chancen deutlich.

Auf DocKraichgau können Praxen außerdem melden, ob sie aktuell neue Patienten aufnehmen. Diese Praxen finden Sie in der Übersicht „Praxen nehmen neue Patienten auf“.

2. Richtig anfragen

  • Telefonisch zu ruhigeren Zeiten: Montagmorgen ist in fast jeder Praxis Hochbetrieb. Besser klappt es oft am späten Vormittag oder am frühen Nachmittag.
  • Kurz und klar: Nennen Sie Ihr Anliegen („Ich suche eine dauerhafte Hausarztpraxis“), Ihren Wohnort und ob es Vorerkrankungen gibt, die regelmäßig betreut werden müssen.
  • Nach einer Warteliste fragen: Viele Praxen führen Wartelisten – lassen Sie sich eintragen und fragen Sie nach einigen Wochen erneut nach.
  • Unterlagen bereithalten: Versichertenkarte, Medikationsplan, Impfpass und wichtige Vorbefunde.

3. Die Terminservicestelle 116 117 nutzen

Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung helfen nicht nur bei Facharztterminen, sondern unterstützen gesetzlich Versicherte auch bei der Suche nach einer Hausarztpraxis. Sie erreichen sie telefonisch unter 116 117 oder online über 116117.de. Einen Anspruch auf eine bestimmte Wunschpraxis gibt es dabei nicht.

Auch Ihre Krankenkasse hilft oft bei der Suche – fragen Sie dort nach.

4. Hausarztzentrierte Versorgung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg bieten viele Krankenkassen die hausarztzentrierte Versorgung an. Wer sich einschreibt, verpflichtet sich, zuerst die gewählte Hausarztpraxis aufzusuchen, die bei Bedarf an Fachärzte überweist. Fragen Sie bei der neuen Praxis, ob sie an diesem Programm teilnimmt und ob eine Einschreibung für Sie sinnvoll ist.

Ausblick: Die Bundesregierung plant ein bundesweites Primärarztsystem, in dem die Hausarztpraxis grundsätzlich erste Anlaufstelle wird. Stand November 2026 liegt dazu noch kein beschlossenes Gesetz vor; als Ziel wird ein Start ab 2028 genannt. Bis dahin können Sie die meisten Fachärzte weiterhin direkt aufsuchen.

5. Bis Sie eine Praxis gefunden haben

Akute Beschwerden müssen auch ohne feste Hausarztpraxis nicht warten: Praxen dürfen neue Patienten wegen ausgelasteter Kapazitäten zwar ablehnen, akute Notfälle aber nicht. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei Lebensgefahr wählen Sie immer die 112. Mehr dazu im Ratgeber Notfall, Bereitschaftsdienst oder Hausarzt?

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