Lange Wartezeiten auf Facharzttermine sind ein bekanntes Ärgernis. Gesetzlich Versicherte haben aber Möglichkeiten, schneller einen Termin zu bekommen – vor allem, wenn eine Behandlung medizinisch dringend ist.
Direkt zum Facharzt oder mit Überweisung?
Die meisten Fachärztinnen und Fachärzte können Sie derzeit direkt aufsuchen. Eine Überweisung aus der Hausarztpraxis ist trotzdem oft sinnvoll: Sie bündelt Vorbefunde, klärt die richtige Fachrichtung und ist Voraussetzung für die Terminvermittlung bei Dringlichkeit. Ausnahme: Augenarzt- und Frauenarztpraxen können Sie in der Regel auch für vermittelte Termine ohne Überweisung aufsuchen.
Der Dringlichkeitscode
Hält Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt eine zeitnahe Facharztbehandlung für notwendig, kann auf der Überweisung ein Dringlichkeitscode vermerkt werden. Mit diesem Code können Sie sich an die Terminservicestelle wenden.
So funktioniert die Terminservicestelle
- Erreichbar: telefonisch unter 116 117 oder online über 116117.de bzw. die App 116117.
- Ziel: ein Facharzttermin innerhalb von vier Wochen.
- Einschränkung: Sie können sich die Praxis nicht aussuchen und müssen eine zumutbare Anfahrt in Kauf nehmen – im Kraichgau kann das auch Bruchsal, Heidelberg, Heilbronn oder Karlsruhe bedeuten.
- Wenn kein Termin frei ist: Dann kann die Terminservicestelle eine ambulante Behandlung im Krankenhaus anbieten.
In sehr dringenden Fällen kann auch Ihre Hausarztpraxis selbst einen kurzfristigen Facharzttermin für Sie vermitteln. Sprechen Sie das direkt an.
Was Sie selbst tun können
- Mehrere Praxen anfragen: Eine Übersicht finden Sie unter Fachärzte im Kraichgau, Augenärzte und Hautärzte.
- Nach Absagen fragen: Viele Praxen vergeben kurzfristig frei gewordene Termine – fragen Sie, ob Sie auf eine Nachrückliste können.
- Online-Terminbuchung prüfen: Einige Praxen bieten feste Kontingente über ihre Website oder Buchungsportale an.
- Termine absagen, wenn Sie sie nicht brauchen: Das hilft allen, die warten.
Ausblick: Mit dem geplanten Primärarztsystem soll die Hausarztpraxis künftig stärker steuern, wer wann einen Facharzttermin bekommt. Stand November 2026 ist das Gesetz noch nicht beschlossen; ein Start wird für 2028 angestrebt.